Donnerstag, 19. April 2012


Exotischer Politthriller um die Apartheid in Afrika

Bernhard Jaumann fesselt mit brillianter Sprache in "Die
Stunde des Schakals"

Der Krimi von Bernhard Jaumann beginnt mit einem Mord.
Einem von vielen, die aus der Sicht ds Mörders mit
der Kalaschnikow in der Sporttasche geschildert werden.
Es ist eine Reise mit und zu dem Killer und dessen
Inneneinsichten. Schauplätze sind vor die vor flirrender
Hitze kochenden Länder Namibia, Botswana und Südafrika.
Der deutsche Autor, der in Namibia lebt, schuf in "Die
Stunde des Schakals" die 31jährige, farbige Polizistin
Clemencia Garises. Sie studierte sogar Kriminalistik
in Südafrika durch ein durch ein Vollstipendium. Sie
lebt mit ihrer Tante Miki Selma, ihrem Vater, ihrem
Bruder, ihrer Schwester Consantancia und einigen anderen
beengt zusammen, weil Clemencia mit ihrem Gehalt ihre
Familie unterstützen will. In dem Krimi geht es um die
Greuel, die zu Zeiten der Apartheid an Schwarzen begangen
wurden und die jetzt nach zwanzig Jahren gesühnt werden.
Das Besondere an dem spannnungsgeladenen Roman sind
nicht nur die politischen Verwicklungen vor der Kulisse
Afrikas und die verschiedenen Handlungsstränge aus
diversen Perspektiven, sondern auch und vor allem die
bildgewaltige Sprache des mehrfach prämierten Autors.
Sätze wie: "Ihm wurde plötzlich klar, dass die Nacht
der ursprüngliche Zustand war, denn nichts war nötig,
um ihn herzustellen. Der Tag brauchte die Sonne...." sind
einfach ein Genuss. Neben den ganzen Morden, die fast
roboterhaft kalt und manisch vom todkranken Killer
ausgeführt werden, gibt es auch sehr komische Momente.
Miki Selma beschwört einen übel riechenden Liebeszauber
und plant schon mal die Hochzeit ihrer Nichte mit dem
deutschen Journalisten Claus Tiedtke, der davon genausowenig
weiß wie Clemencia. Zu guter Letzt wird Clemencia kurzfristig
vom Dienst suspendiert und ermittelt mit Hilfe ihrer
übereifrigen, besorgten Familie plus Claus Tiedtke im
Schlepptau, der auch geordert wird. Bernhard Jaumann
entführt mit seiner bildhaften Sprache in eine exotische
Welt voller Gefahren mit einer anderen Kultur, wie sie
keiner kennt.
(c) Corinna S. Heyn


Bernhard Jaumann,
Die Stunde des Schakals.
Kindler 2010.

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